“Bei anotherjam ist es ja ganz schön still geworden” hörte ich vor ein paar Tagen per Twitter. Woran das liegt? Wer guten Content liefern will, muss auch mal das Haus verlassen und das will ich natürlich auch gewährleisten. Ich habe für euch also vor ein paar Tagen das Haus verlassen und die Preview von Alice im Wunderland gesehen und wurde dafür in das wundervolle Cinemaxx Dammtor in Hamburg geladen. Auch wenn ich mein Handy auch nur mit Murren abgegeben habe und mich nur ungern von Sicherheitsbeamten durch den Metalldetektor führen ließ, war der Auftakt zum Film nett gedacht aber es gab Hürden. Warum? Hier steht’s:
Steven Getchen hatte mehr Spaß als ich
Jeder von uns hat bei ProSieben schon einmal diverse Premieren gesehen: Stars wandern über den Teppich und B-Promimoderatoren des Senders interviewen sie. Dazwischen viel Gekreische und nette Facts zum Kinofilm. Interessant an dieser Preview war: Steven Getchen hat exklusiv für nur 5 Kinos am roten Teppich in London gestanden und Interviews geführt. Übertragen wurde diese Berichterstattung an diverse Kinos in Köln, Hamburg, München, Berlin und Stuttgart.
Hier leben Schauspieler ihre künstliche Ader aus.
Der Grund dafür ist klar: Es macht heiss auf den Film, die Leute bekommen ein Feeling der Premiere und fühlen sich “mittendrin”. Der einzige, der mittendrin war, war leider nur der liebe Steven und der hat seinen Job tatsächlich nur sehr drittklassig gemacht. Hundert Patzer. “Hier leben Schauspieler ihre künstliche Ader aus”, war nur einer von vielen kleinen Wortspäßen und das ewige “Wir haben ja so viel Spaß hier”, um sein Leid als Moderator im Regen Londons zu witzig zu überspielen, wirkte irgendwann wirklich nur noch mitleiderregend und nicht mehr gekonnt-sarkastisch. Schade, die Berichterstattung (2 Stunden Laufzeit!!!) macht im Endeffekt den Film eher kaputt als schmackhaft. Schade Steven!
Der Film – Ein echter Burton
Wer Steve Burton mag, der wird mit diesem Film seine helle Freude haben. Romantische und gruselige Stimmungen und diese gepaart in der selben Szene. Zauberhafte Figuren und großartige Animationen. Ich schätze Burton sehr für seine sehr charaktervollen Darstellungen der Figuren und das hat bei jeder Figur des Films geklappt.
“25 mal wurde Alice verfilmt. Das erste Mal spannend!”
25 mal wurde das Manuscript des 18. Jahrhunderts nun schon verfilmt und laut Burton von ihm “…das erste mal spannend” auf die Leinwand gebracht. Das kann man ihm tatsächlich unterschreiben: Seine Version hat im Gegensatz zu all den Disney-Varianten Stil und Charakter. Also mein Kind wird diese Version gesehen haben müssen. Ein Feuerwerk der Ideen und Effekte. Wer sich mit Burton nicht anfreunden kann, der wird leider enttäuscht. Das Werk weicht keine 0,5% von seinem Stil ab. Wer ihn aber auch nicht mag, ist selber Schuld.
Die Schauspieler – Ein Genuss
Mit Schauspielern ist es immer schwierig: “Nimmt man die Lohan? Ne, zu viele Teenie-Filme und Skandale. Nimmt man die Johansson? Ne, zu weiblich.” Burton hat es richtig gemacht und für die Hauptrolle einen Newcomer gewählt. Mia Wasikowska war/ist ein unbeschriebenes Blatt/gewesen und hat in der Hauptrolle als Alice einen großartigen Job gemacht. Die etwas skurrile Alice kommt in ihr unglaublich authentisch rüber und lebt durch ihre eigene Art sehr gut auf.
“Die Johansson? Zu weiblich.”
Zu Johnny Depp als Hutmacher muss ich nichts sagen oder? Großartige Darbietung und eines der großen Highlights des Films. Mit riesigen Pupillen spielt Herr Depp eine Rolle, die in Sachen Verrücktheit Captain Jack Sparrow um Weiten in den Schatten stellt. Applaus! Und was sonst so los ist? Matt Lucas aus “Little Britain” für Dideldum und Dideldoo zu wählen war ebenso richtig, wie Anne Hethaway für die weiße Königin zu nehmen. Eine sehr gute Besetzung des Films.
Avatar VS. Alice? NEIN!
Ihr merkt, diese Review geht ohne viel Gespoiler los. Es lässt sich zu dem Film nicht viel sagen, wenn die Geschichte nicht zu sehr eingebunden wird. Diese ist aber Herzstück des Films und geht man zu sehr auf die Kleinigkeiten ein, die Tim Burton gewählt hat (Bsp: Alice ist 19, statt 7), verliert der Film seinen Charme. Mein Testurteil: Seht euch den Film an. Nie waren 7€ für ein Kinoticket angebrachter und wenn ich sagen sollte, welchen Film ich besser finde, antworte ich mit der Äpfel-und-Birnen-Antwort: Man kann es nicht vergleichen aber beide Filme sollte man gesehen haben.
Ab mit euch ins Kino!
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